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Erstes Überwachungssystem an einer Servopresse für Draht

Die seit einigen Jahren in der Blechumformung erfolgreich eingesetzte Servotechnik hat jetzt auch in der Massivumformung Einzug gehalten. Die weltweit erste Servopresse für Draht wurde vor kurzem bei der A.+E. Keller GmbH & Co. KG im sauerländischen Arnsberg aufgestellt. Der Servodirekt-Antrieb der neuen Formmaster FM 500-6 von SCHULER bietet dem Umformspezialisten vielfältige Möglichkeiten, die Umformtechnik weiter an ihre Grenzen zu bringen. Die freiprogrammierbare Kinematik der Maschine erlaubt beispielsweise, längere und komplexe Teile ohne die üblichen Hubzahlverluste zu produzieren, da die Stößelbewegung vollkommen frei beeinflusst werden kann. Die Stößelgeschwindigkeit ist bei voller Presskraft variabel regulierbar sowohl im Vorwärts- wie im Rüchwärtsgang, welches insbesondere das Einfahren neuer Werkzeuge beschleunigt und deutlich sicherer macht. Eine Premiere ist dazu auch der erstmalige Einsatz eines modernen Überwachungssystems von Schwer + Kopka an einer Servopresse für Draht, um die Qualität der gepressten Teile während der Produktion zu überwachen.


Die Umformkräfte der 6-stufigen Servopresse bei A.+E. Keller werden in jeder Stufe mittels piezoelektrischen Kraftsensoren erfasst. Die Überwachung der Kraftsignale erfolgt dabei mit dem neuen MANDONIC-Hüllkurvenverfahren, welches eine besonders feinfühlige Anpassung der Hüllgrenzen an die Prozessschwankungen bewirkt. So wird die Überwachungsqualität deutlich gesteigert bei gleichzeitiger Vermeidung von unnötigen Maschinenabschaltungen. Die für eine Servopresse unerlässliche präzise Kopplung der Prozessüberwachung an die Stößelbewegung erfolgt durch Direktanbindung der Kurbelwinkelposition aus der Maschinensteuerung. Die absolute Gesamtpresskraft wird zusätzlich mit zwei Dehnungssensoren erfasst, die beidseitig des Pressschlittens auf dem Maschinenkörper montiert sind. Die Gesamtkraft als auch die Kräfte auf beiden Maschinenseiten werden jeweils mit einer eigenen Überlastgrenze überwacht und vermeiden so, dass Maschine und Werkzeug unzulässig überlastet werden.

Damit die Werkzeugkonstrukteure die Möglichkeiten der Servotechnik auch voll ausschöpfen können, zeigt ihnen das Überwachungssystem SK 800 präzise in einer übersichtlichen grafischen Darstellung, zu welchem Kurbelwinkelgrad die Umformung in den einzelnen Stufen beginnt und wann die Umformkraft den Maximalwert erreicht. So ist schnell erkennbar, wo durch Anpassungen von Stößelbewegung und Werkzeuggeometrie noch Reserven vorhanden bzw. Grenzen erreicht sind.

Die neue Presse ist über das Prozessüberwachungssystem selbstverständlich in das firmenweit installierte BDE-System der A.+E. Keller Umformtechnik eingebunden..